Grenada - Plantagen

Diese unglaublichen Düfte! Eigentlich muss man nur dem Aroma nachgehen, und schon kommt man zwangsläufig zu einem “Spice Estate”. Unter “Estates” versteht man in Grenada Plantagen oder Landgüter, in denen Traditionserzeugnisse wie Gewürze und Zuckerrohr angebaut und zugleich auch weiterverarbeitet werden.

Gewürzplantagen Dass Grenada seinen Namen als „Gewürzinsel der Karibik“ verdient hat, bemerken Besucher schon gleich nach der Landung, denn die sanfte Brise bläst den unverkennbaren Duft exotischer Gewürze über die ganze Insel. Statistisch gesehen werden auf Grenada tatsächlich pro Quadratkilometer Landfläche mehr Gewürze angebaut als an jedem anderen Ort der Erde!


Ursprünglich kamen die meisten Gewürze, die heutzutage hier wachsen, aus dem Fernen Osten. Als der Gewürzanbau in Asien und die europäischen Importe aus dem Osten zurückgingen, packten die Gewürzfarmer auf Grenada die Gelegenheit beim Schopf und kurbelten die Produktion an, um die Nachfragelücke zu schließen.


Das wichtigste Erzeugnis ist Muskat: rund 7.000  Muskatbauern beliefern drei Genossenschaften in Grenada, und diese Produktion deckt ein volles Drittel des weltweiten Bedarfs ab. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass ein Teil der „Würze des Lebens“ aus Grenada kommt – wahrscheinlich habt auch Ihr zu Hause etwas aus Grenada im Gewürzregal und wisst es gar nicht. Neben Muskat werden heute hauptsächlich Piment (Nelkenpfeffer), Gewürznelken, Zimt, Ingwer, Bayleaf (Westindischer Lorbeer) und Kurkuma (Gelbwurz) in Grenada angebaut.


Wer sich für Gewürze und ihre Geschichte, ihren Anbau und ihre Verarbeitung interessiert, sollte unbedingt Laura’s Herb and Spice Gardens bei Perdmontemps (St. David) besuchen (Tel. 443 2604). Hier kann man auch günstig Gewürze kaufen. Der Eintritt kostet nur EC$ 5 (ca. € 1,30).


Bei der Grenada Chocolate Company auf dem Belmont Estate kann man außerdem miterleben, wie aus einheimischen Zutaten – Kakao, echter Vanille und natürlich Zucker – die leckere Grenada-Schokolade hergestellt wird. Die eigene Farm liegt nur knapp 2 km von der Fabrik entfernt – frischer geht’s nicht! Klar, dass ich mir hier immer einen kleinen Vorrat mitnehme. Auch zu Hause hab ich dann öfter mal ein Stück Grenada in der Tasche!


Viele “Spice Estates” kann man übrigen im Rahmen einer Führung besichtigen. Das sind wahre Erlebnistouren für die Sinne, bei denen man den Verstand mal ganz abschalten kann. Dabei lernt man alles über die Ernte und Verarbeitung von Gewürzen, die viele von uns nur abgepackt kennen. Am Ende der Tour kann man auch ein paar Gewürze für den Eigenbedarf mitnehmen und hat so ein kleines Stückchen Grenada zuhause. Am einfachsten sind solche Touren übrigens als Ausflüge über die Agenturen vor Ort zu buchen (siehe „Ausflüge“ in der nächsten Lektion).
Die folgenden Plantagen und Gewürzfabriken kann man besichtigen:

  • Belmont Estate (St. Patrick): eine 300 Jahre alte Plantage mit Schokoladenfabrik (www.GrenadaChocolate.com), Museum, altem Friedhof und Restaurant (ein Mittagessen dort muss man vor 9 Uhr reservieren!); Tel.: 442-9524 oder -9526.
  • Dougaldston Spice Estate (Gouyave, St. John): traditionsreicher Betrieb mit Führungen; Tel. 444 0426.
  • Gouyave Nutmeg Processing Station (Gouyave, St. John): eine der größten Fabriken des Landes zur Weiterverarbeitung von Muskat; Führungen werden für US $ 1 (ca. € 0,80) angeboten. Eine weitere muskatverarbeitende Fabrik gibt es in Grenville.

Rumplantagen und  brennereien Bereits lange vor dem Anbau von Gewürzen, gleich nach der Entdeckung Grenadas durch Europäer, hat man auf der Insel schon Zuckerrohr für die Rumproduktion angebaut. Daran hat sich über die Jahrhunderte wenig geändert. Auch heute noch sieht man bei einer Überlandfahrt rechts und links ausgedehnte Zuckerrohrfelder.


Der Rum wird auf Grenada wie eh und je auf ganz traditionelle Weise hergestellt: von Wasserkraft gepresst, in Kupfertöpfen gegoren und von Hand abgefüllt und etikettiert. Auch die meisten Rumbrennereien bieten Führungen an, bei denen der Herstellungsprozess von Anfang bis Ende erklärt wird. Oft können die Teilnehmer der Tour auch von dem kosten, was „hinten rauskommt“ – vorausgesetzt, man ist volljährig und setzt sich danach nicht mehr ans Steuer. Auch deshalb ist ein organisierter Ausflug mit Rücktransport zu empfehlen!


Natürlich lassen sich aus Rum und den exotischen Früchten, die es hier in Hülle und Fülle gibt, auch leckere Cocktails zaubern, und hier kennt der Einfallsreichtum der Grenader keine Grenzen. Was gibt es schließlich Schöneres als einen gut gekühlten Rumpunsch mit einer Prise Muskat oder eine Piña Colada zum Sonnenuntergang am Strand?
Die folgenden Rumbrennereien kann man besichtigen:

  • Dunfermline Rum Distillery (St. Andrew): eine über 200 Jahre alte private Brennerei mit Wassermühle und Rumverkauf, 5 km außerhalb von Grenville.
  •  River Antoine Rum Distillery (River Antoine, St. Patrick): älteste noch in Betrieb befindliche mit Wasserkraft betriebene Brennerei im gesamten karibischen Raum; Führungen werden von Dienstag bis Samstag für US $ 2 (ca. € 1,60) angeboten (Tel. 442 7109).
  • Westerhall Rum Distillery (St. David): historische Brennerei, in der man Werkzeuge und Maschinen aus der Vergangenheit besichtigen kann.