Wandern

Bei Wanderern besonders beliebt ist der Regenwald um das Naturschutzgebiet am Grand Étang, ganz oben in den Bergen in der Mitte der Insel Grenada. In den unterschiedlichen Höhenlagen kommt man hier durch verschiedene Ökosysteme. Dabei bleibt es jedem überlassen, ob man sich nun mit einem viertelstündigen Spaziergang begnügt oder auf einen mehrstündigen Gewaltmarsch begibt. Ein ziemlich anspruchsvoller Wanderpfad ist der berühmte Mount Qua Qua Trail zum 722 m hohen Gipfel des gleichnamigen Berges. Diese Tour nimmt rund drei Stunden in Anspruch. Auch der Mount Qua Qua ist ein erloschener Vulkan, dessen verstopfter Trichter sich mit Wasser gefüllt und den rund 530 Meter hoch gelegenen Grand Étang gebildet hat, nach dem der Nationalpark benannt ist. Weniger anstrengend ist der Shoreline Trail ("Uferweg") entlang des Seeufers, der sich in anderthalb Stunden bewältigen lässt. Absolut familiengerecht ist der kurze Morne LaBaye Trail (St. Andrew), der in einer Viertelstunde zu packen ist. Anstrengend wird es allerdings, wenn man hier rechts abbiegt auf den St. Margaret's Trail. Da kann man dann am eigenen Leib spüren, wie sich die ersten Indianer gefühlt haben müssen, die in diesen Dschungel vorgedrungen sind. Am Ende wird man aber reich belohnt durch den Anblick der "Seven Sisters"-Wasserfälle, in denen man sich auch bei einem erfrischenden Bad abkühlen kann. Nur eine Viertelstunde von St. George's entfernt hat man einen leichten, knapp zwei Kilometer langen Wanderweg durch den Regenwald zum Morne Gazo angelegt, der ganz und gar mit Muskatschalen bedeckt ist, auf denen man wie auf einem dicken weichen Teppich läuft. Das ist ein tolles Gefühl! Es geht rund 75 Meter in die Höhe, und am Ende dieses kleinen Anstiegs erreicht man eine Aussichtsplattform, die um einen großen Baum gebaut wurde. Hier hat man einen Ausblick, der garantiert zu den besten in dieser ganzen Inselwelt zählt. Richtig angenehm wirkt in den Gebirgswäldern neben der kühlenden Höhenluft vor allem die schattenspendende Vegetation. Die Wanderwege sind hier durchweg in gutem Zustand, und als Begleiter gibt's hervorragende Führer - auf Papier gedruckte ebenso wie die aus Fleisch und Blut. Es gibt sogar organisierte Touren mit deutschsprachiger Führung (zum Beispiel von Sunsation Tours - www.GrenadaSunsation.com). Außerdem werden geführte Wanderungen von Henry's Safari Tours (www.SpiceIsle.com/safari), Phinton Ferrier (Tel. 444 9241) und Telfor Hiking Tours (Tel. 442 6200) angeboten. Wanderer sollten selbstverständlich festes Schuhwerk mitbringen und auch tragen. Badelatschen haben in den Bergen nichts zu suchen! Nach einem Regenguss können die Steine außerdem sehr glatt werden, und etwas Vorsicht ist nie fehl am Platze. Schließlich wollen ja alle wieder heil nach Hause kommen. Außerdem empfehlen sich lange Hosen, die die Beine vollständig bedecken. Das schützt vor Insekten und Abschürfungen. Und in der prallen Sonne sollte man sich nicht überanstrengen. In den Tropen zeigen die meisten Menschen eine etwas andere Kondition als zu Hause.